Gudrun von Rimscha: "Partituren II" aus der Serie "Schriftbilder", Mischtechnik auf Papier, 40x65cm, Preis auf Anfrage
In der Ausstellung "Im Zeichen der Schrift" stehen Mischtechniken und Objektkästen von Claudia Artopé und Gudrun von Rimscha zum Verkauf.
Im Dialog zur laufenden Ausstellung zeigen wir florale Objektkunst von Patricia Manon.
Im Medienkabinett der Galerie werden weiterhin Lichtwerke des Berliner Multimediakünstlers Philipp Geist und Filmdokumentationen seiner Videoinstallationen an internationalen Orten gezeigt.
Dauer der Ausstellung:
6. Juli - 17. Aug. 2008
Öffnungszeiten:
Sa. und So. 14-18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Die Arbeiten von Claudia Artopé und Gudrun von Rimscha bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Textbild und Bildtext, laden sowohl zum Lesen als auch zum Sehen ein. Sie überschreiten die Gattungsgrenzen von bildender Kunst und Literatur und verweisen damit auf den engen Bezug von Schrift und Bild: Die Sprachlichkeit der Bilder korrespondiert mit der Bildlichkeit der Sprache.
Kulturhistorisch betrachtet lässt sich eine Entwicklung vom Bild zur Schrift erkennen. Aus Bilderschriften entstanden in einem zunehmenden Abstraktionsprozess erste Schriftsysteme wie die Keilschrift der Sumerer, die Hieroglyphen der Ägypter oder die Ideogramme der Chinesen. Diese Entwicklung mündete schließlich im Primat der Sprache, die das Bild in seiner Wertigkeit herabsetzte.
Seit Ende des 20. Jahrhunderts beginnt sich jedoch eine neue, das Bild wieder aufwertende Tendenz abzuzeichnen: die 'visuelle Zeitenwende'. In ihr gewinnt überwiegend optisch vermittelte Information in Form von Text-Bild-Kombinationen an Bedeutung. In einer gegenseitigen Durchdringung werden sowohl Bild als auch Text in ihrer Wirkung gesteigert.
Diese Steigerung ist auch in den Arbeiten von Claudia Artopé und Gudrun von Rimscha erfahrbar. Die Schrift wird im Bild erschaffen und erhält dadurch Seinshaftigkeit, die wiederum auf den Betrachter zurückwirkt und ihm die eigene Körperlichkeit bewusst macht.
Claudia Artopé besuchte von 1962-63 die Werkkunstschule in Offenbach und von 1963-65 die Akademie für Grafik, Druck und Werbung in Berlin (Abschluss: Grafik/Illustration). Von 1965-90 übernahm sie die Art-Direktion für verschiedene Werbeagenturen. Seit 1991 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.
Gudrun von Rimscha lernte von 1975-85 Akt- und Sachzeichnen bei St. Britt, K. Frank und P. Zeiler. 1984, 85 und 86 besuchte sie die Sommerakademie Salzburg (G. Hoke, B. Bour und O. Oberhuber). 1988 war sie Schülerin von E. Vedova, 1985-89 Schülerin von Walter Raum und 1987-89 Schülerin von Andreas Bindl. Neben ihrer Tätigkeit als freischaffende Künstlerin arbeitet sie seit 1992 als Dozentin der Kunstwoche Kißlegg.
Patricia Manon stellt als ausgebildete Floristin sowie Historikerin und Literaturwissenschaftlerin die Natur in einen neuen kulturellen Zusammenhang. Es entstehen Kunstobjekte, die sich einem herkömmlichen Verständnis von Floralem entziehen.